Archiv für die Kategorie ‘soziales’

Farming

Montag, 01. März 2010

Ich bin im siebten Himmel! Wer mich kennt weiß, dass ich in den letzten Wochen viel Zeit mit lukrativen Aufträgen und interessanten Menschen verbrachte. Sehr lukrativ waren die Aufträge sogar – doch was soll ich damit? Ihr wisst – mich kann man nicht locken mit Dingen, die man von Geld kauft. Also suchte ich nach Investitionsstrategien und fand welche – unter den Straßen in stillgelegten Tunneln.

Ich schlug einem guten Freund vor, Ihm ein wenig mit Server-Infrastruktur unter die Arme zu greifen, wenn er mir einen sinnvollen Ort zeigen kann, diese unterzubringen – und er überraschte mich. Er führte mich durch halb überflutete Schächte unter den Straßen LAs bis ich dachte, wir hätten uns verlaufen – und plötzlich standen wir vor einer riesigen Plaststahlwand mit einem schweren Tor. Doch – als ich näher kam und die Wand anleuchtete fiel mir auf, dass der Dreck, die Spuren hinabrinnenden Wassers, die Risse – all diese Dinge waren kunstvoll auf eine Wand gesprüht, die an sich vollkommen neu und in Ordnung zu sein schien, sich wegen der hübschen Bemalung aber perfekt in diese verfallene Kloake integrierte.

Mein Gefährte grinste, öffnete das Tor und bat mich herein. Ich lief drei Schritte in die Dunkelheit – dann krachte hinter mir die Tür ins Schluss. Ich fuhr herum – und das Licht ging an. Gleißend helles Licht! Hinter mir sah ich drei schlammige Fußspuren von mir, und ein paar von meinem Begleiter – und die sahen noch schlammiger aus in diesem sterilen Raum.

Lampen gab es nicht – der Boden und die halbrunde Wölbung der Decke erstrahlten aus unzähligen milchglasähnlichen Platten die selbst zu leuchten schienen und tauchten alles in ein nüchternes Licht. Dieser Raum war riesig! Sicher 40m lang und 15m breit. Einige der Bodenplatten leuchteten nicht, bargen aber Anschlüsse für Netzwerk und Energie. Die Luft roch gefiltert und klimatisiert.

Ja – in diesem Ort könnte ich guten Gewissens Server im Wert von 60.000¥ aufstellen. Und ich würde Spaß dabei haben :)

Reallife

Dienstag, 25. August 2009

Die Türen der Monorail öffnen sich.

Ein Auftrag – gut und schön. Aber warum hier? Warum musste der wunderliche Anrufer darauf bestehen, dass ich physisch irgendwo anwesend bin? Welcher Kleingeist hat nur so etwas ersonnen?

Wie dem auch sei – die Türen öffnen sich und ich muss tatsächlich ein Schließfach finden! Nein – das ist keine Metapher für eine codierte Datei – ich meine wirklich eines in dieser Haltestelle. Die AR weist mir den Weg dahin und – damit beginnt es. Ich bin nicht allein. Vor meinem Schließfach stehen schon zwei andere und schauen es viel zu skeptisch an.

Ich breche das Schweigen und bemerke, dass dies mein Schließfach sei und … kurzum: Wir alle – nunmehr 5 an der Zahl – sind wohl vom selben Wesen, das sich ‘Weatherman’ nennt, an diesen Ort geschickt worden um gemeinsam dieses Fach zu öffnen. Wir entnehmen ihm einen Datenträger und 4 anscheinend antike ähnlich aussehende technische Geräte und begeben uns hinaus – weg von den Sicherheitsleuten der Monorailstation.

Draußen sichten wir das Material und stellen uns einander vor. Wen haben wir denn da?

  • Da ist Ace. Ein Mensch, der sich anscheinend durch sein Auto profiliert. Eine aufgemotzte Karre, um die wir gerade alle herumstehen. Ich glaube, selbst die Spoiler haben Spoiler! Er selbst wirkt sehr gefasst, überlegt. Aber zurückhaltend.
  • Ein blonder langhaariger Typ, der sich 13 nennt. Mit seiner Tiefenwahrnehmung scheint es nicht weit hin zu sein – denn seine glatten blonden Haare verdecken öfter mal eines seiner Augen. Er trägt Waffen unter seiner Jacke – das erkannte ich gleich – aber er scheint vernünftig.
  • Dazu ein Modepüppchen. Designerklamotten, mehr Make-Up als Haut im Gesicht und feuerrotes Haar. Eine Elfe – zurückhaltend und kühl. Doch irgendetwas scheint merkwürdig an ihr. Als ‘Rush’ stellt sie sich vor, und das neu und schnell aussehende Motorrad, das neben dem Spoilerwagen steht, scheint ihres zu sein.
  • Und dann noch ein … ein Kerl. Ich mag ihn nicht zu lange anschauen – er scheint mir der Typ zu sein, der das als Anmache versteht aber soweit ich bemerkte ist er modetechnisch das Gegenteil unserer Hochglanzelfe – und auf Sauberkeit scheint er keinen besonderen Wert zu legen. Aber er wirkt selbstsicher. Er scheint diese Art von Auftragsanbahnungen gewöhnt zu sein.

Nun – wie es scheint, bin ich das einzig interessante Wesen in diesem Haufen. Doch – noch interessanter finde ich die Gegenstände aus dem Schließfach. Da sind tatsächlich Drähte daran – und klobige, viel zu große Stecker. Speicherchips und – am Gehäuse wurde wohl gespart. Ich twittere ein Bild davon doch – niemand scheint so etwas schon gesehen zu haben. Dazu gab es noch ein Comlink.

Die Botschaft ist von der Stimme meines Anrufers gesprochen und weist uns an, die Geräte an Antennen anzubringen, die quer über LA verteilt sind. Bin ich eine Botin? Ich glaube kaum, dass diese Aufgabe auch nur annähernd meinen Fähigkeiten gerecht wird aber – immerhin wurde uns angemessene Bezahlung versprochen.

Wenigstens zetern meine Gefährten nicht lange, und wir machen uns auf den Weg. Ich fahre bei Ace mit – sein Fahrstil ist… effektiv.