Call me Ishmael

So fertig meine Gefährten auch aussahen – für mich war das ein Kinderspiel – und es gab nur noch eine Antenne zu bestücken. Das sollte doch kein Problem werden, oder? Ich sah mich schon glorreich den Auftrag abschließen um endlich zu erfahren, was hinter all dem steckt. Die Neugier hatte mich nun schon gepackt – und ich konnte es kaum erwarten. Laut Koordinaten lag die letzte Location… im Meer? Mein Tatendrang schwand rapide.

Das Meer vor LA – ihr kennt das, ja? Gerade genug Wasser um darin zu ertrinken ist in der Brühe, in deren Nähe man von Glück reden kann, wenn man sich keine ernsthaften Krankheiten zuzieht. Von den Bewohnern gar nicht zu reden! Wie sollten wir diesen Ort erreichen? Wir gingen die Aufgabe ganz pragmatisch an und suchten nach einem Skipper. Ein paar davon boten Ihre Dienste an der Nahen Küste an, und wir machten uns auf den Weg.

Als wir ankommen und eine heruntergekommene Hütte betreten, in der ein Mann sitzt, der dem Klischee eines Seebären nicht besser hätte entsprechen können, wenn er als Käpt’n Blaubär verkleidet gewesen wäre (und der riecht, als wäre er zur Konservierung in Alkohol eingelegt worden) empfängt uns mürrisch-herzlich und lässt sich tatsächlich soweit von unserem Mars um den Finger wickeln, dass er am Ende glaubt, wir hätten ihn schon bezahlt. Ich bin einigermaßen beeindruckt – lasse mir aber nichts anmerken. Eigentlich – denke ich – könnte es auf eine spontane Sympathie zurückzuführen sein – immerhin riechen die beiden ähnlich.

Nachdem wir seinen ersten Maat vorgestellt bekommen, der glücklicherweise nüchtern zu sein scheint und die Marotten des Kapitäns lächelnd ignoriert und uns durch so manche sprachliche Untiefe geleitet, sehen wir das Boot, das uns mitten in diesen toxischen Sumpf bringen soll – und Ace schlägt die Hände vor’s Gesicht.

Natürlich nahmen wir an, er würde das Gefährt steuern – er scheint ein Mensch zu sein, der das wirklich kann doch – angesichts eines antik aussehenden Steuerrades, eines manuellen Gashebels und analogen Anzeigen sieht er sich kaum im Stande, diese Nussschale auch nur sicher aus dem Hafen zu bringen. Ich kenne mich damit nicht aus – aber Ace macht dem Maat ein Angebot, das Boot umzurüsten und dieser nimmt freudig an – die beiden machen sich an die Arbeit. Mars und der Kapitän verschwinden derweil ins Obergeschoss und arbeiten an den Ausweitungen ihrer Alkoholfahnen.

Nach ein paar Stunden, in denen ich ein wenig gechattet und ein paar Headshots verteilt habe, stechen wir in See. Irgendwann tauchen am Horizont die oberen Stockwerke eines versunkenen Wolkenkratzers auf – und ich weiß, dass wir uns unserem Ziel nähern…

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