Haunted House

Als ich da neben Ace saß, und das Vergangene Revue passieren ließ, kehrten meine Kräfte zurück. Ich fühlte mich richtiggehend beflügelt und motiviert – und konnte es kaum erwarten, unser nächstes Ziel zu sehen. Vor allem auch, weil ich mir dachte, dass diese Aufgabe, die ich mir so einfach vorstellte und die so schwierig wurde nun gelöst wurde, und die nächste sicher einfacher zu bewältigen sei.

Diese führte uns in die tiefsten Slums – nach East LA. Ich war schockiert als ich erfuhr, dass zwei meiner Gefährten hier in der Nähe wohnten aber – nun – jedem das Seine, nicht wahr? Fast problemlos näherten wir uns dem Zielort – und dort befand sich ein Haus, das sich von den Wellblechhütten, die es umgab, abhob: Es hatte 2 Stockwerke – auf dem obersten noch einen Aufbau, und einige Antennen und sonstige Gestelle auf dem Dach. Ob es bewohnt war, sah man ihm von außen nicht an. Es interessierte mich auch nicht – das war Aufgabe der anderen.

Ich hingeben sah mich mal in der Abstrahlung des Hauses um – hier in den Slums gibt es so wenig Matrixaktivität, dass es fast schon unheimlich ist. Ich suche mir den stärksten Knoten aus, logge mich ein und … traue meinen Augen nicht. Vollkommen verstörende Bilder eines Kettensägenmassakers strömen mir entgegen – ich schlage die Hände vor’s Gesicht bis -

ja – bis ich bemerke, dass das hier nicht das Interface eines Knotens im Netz ist, sondern einfach ein Sender. Ein Piratensender, der den brutalsten Abschaum aller Deathmach-Pay-TV-Sendungen überträgt. Damit wäre der Sinn einer der Antennen auf dem Dach ja geklärt.

Als ich mich erholt habe und auslogge blicke ich hinaus auf das Haus und – oh – da hat sich so einiges Verändert. Das Dach steht in Flammen. Im lodernden roten Licht sehe ich neben den Antennen Speere – mit aufgespießten… Sind das Köpfe? Eine Silhouette springt hinunter – und die Flammen werden weniger.

“QT – es geht los! Schnapp dir das Gerät, und dann hoch mit dir!” ist die Nachricht, die ich bekomme. Nun – ich höre keine Kampfgeräusche – ich fasse mir ein Herz und das zweite Kästchen und laufe zum Haus und – oh, wie sollte es anders sein – werde von zwei Krallen an den Schultern gepackt und verliere den Boden unter den Füßen. Während sich der Vogel mit mir emporschwingt, blicke ich aufs Dach, und sehe, wie eine Krabbe dort herumläuft und das Feuer löscht. Ich reibe mir die Augen.

Der Adler setzt mich sanft ab, und ich finde schnell die passende Antenne und mache mich an die Arbeit. Auf die wohl verstörendste Art, die ich mir vorstellen kann, verlasse ich das Dach wieder – und verdränge dieses Erlebnis aus meinen Erinnerungen. *schüttelt sich*

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