LA ist ein Drecksloch. Ein Paradies! Ein Sündenpfuhl, eine stinkende Kloake, ein Schwarm kreischend blinkender Lichter und ewige stille Dunkelheit.
Mittendrin habe ich mir eine Bleibe gesucht. In einem der Viertel, in der der Wert einer solchen mit dem Abstand zum Boden nicht wegen der Aussicht, sondern der Sicherheit steigt. Ich fühle mich sicher genug, um hier zu schlafen – und es ist hübsch hier! Riesige Panoramafenster – mit Blick auf das blaue Meer. Sandige Strände – ameisenkleine Menschen. Möbel in Teakholz, Chrom und schwarzem Leder.
Meine Putzfrau hat viel zu tun – aber sie arbeitet fleißig. Manchmal sehe ich ihr dabei zu. Ashley ist ihr Name – und wie sie sich abmüht!
Ein jedes meiner Möbelstücke ist geformt aus einer Stimmung – einem Gedanken, einer Emotion. Das Wetter vor den Fenstern – und der Staub auf den Oberflächen sind in einen Kontext gewobene Datenströme, die aus den wenigen interessanten Knoten tropfen, denen ich öfter einen Gedanken zuwerfe. Ashley ist plump. So hübsch sie aussehen mag – wie einem Katalog für Fetischkleidung entsprungen – so ist und bleibt sie stupider Code. Nach immer dem selben Muster versucht sie, die Möbel in meiner Wohnung zu säubern und ist überfordert. Sie ist gleichmäßigen Staub gewöhnt. Nach Gauß normal verteilten. Keinen emotionalen.
Ich werde sie einmal selbst formen müssen. Aber oft erinnert mich ihre Unzulänglichkeit daran, dass es eine andere Welt gibt. Manchmal wechsle ich dann aus der AR – für einen Augenblick. Sehe auf vergilbte Wände, kleine vergitterte Fenster und Füße, die davor hektisch entlanglaufen.
Ich muss hier raus. Auf einen Kaffee. Ich schreibe morgen weiter.
